Zu Besuch bei open.med München

Wenn du keinen Job findest, hast du keine Chance. Ich bin nach Deutschland gekommen, um als Koch zu arbeiten. Bei einem der Restaurants, wo ich nach einem Job gefragt habe, sagte man mir, dass ich in der Bayernkaserne übernachten kann. Aber ich kann da nicht bleiben. Ich bin herzkrank und dort sind so viele Leute auf engem Raum.

Bei meinem Besuch in der Anlaufstelle von open.med München unterhielt ich mich mit Alessandro De Luca (Name geändert), einem Klienten aus Italien, und durfte über seine Geschichte berichten. Während meines Praktikums in der Öffentlichkeitsarbeit habe ich hauptsächlich Social-Media- Beiträge geschrieben. Jedoch habe ich mich auch am Schreiben von Beiträgen für die Webseite ausprobiert und über die Abläufe in der Anlaufstelle berichtet, mit Blick darauf, wie die Corona- Vorkehrungen den Alltag erschweren.

Corona hat viele Menschen ihren Unterhalt verlieren lassen, weshalb der Bedarf an medizinischer Unterstützung von Ärzte der Welt gestiegen ist. Auch die Anzahl der Einsätze des open.med-Busses an der Bayernkaserne ist von März bis Juni 2020 im Vergleich zu Vorjahr um 33% gestiegen.

Am Anfang muss man schauen, dass alles gut anläuft, weil zurzeit immer alle auf einmal kommen und wir haben auch mehr Klient*innen.“ Zwischen ihren Vorbereitungen zur Sprechstunde erklärt Annemarie, Projektreferentin bei open.med München, wie das Team arbeitet.

Damit alles reibungslos abläuft und jedem so gut wie möglich geholfen werden kann, muss man die Übersicht über alle Klient*innen behalten und viel Wissen zu der gesetzlichen Lage in Bezug auf die Krankenkassen in Deutschland haben. Denn wegen der vielen bürokratischen Hürden wissen die Klient*innen oft nicht, worauf sie Anspruch haben und was für weitere Möglichkeiten sie neben der Behandlung bei Ärzte der Welt haben. Wenn ihr mehr dazu wissen wollt, findet ihr hier den Webseitenbeitrag.

In der Anlaufstelle gehen viele verschiedene Menschen ein und aus. Der direkte Kontakt mit Menschen ist für mich eine schöne Erfahrung, denn man lernt ihre Geschichten kennen und kann sie unterstützen. Trotz Masken im Gesicht, baut man eine Beziehung zu den Klient*innen auf und manche Schicksale gehen den Mitarbeitern von open.med nicht mehr aus dem Kopf.

About Daphne Wagner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.