Schönste alltägliche Momente bei open.med München als Bufdi

Da mein Bundesfreiwilligendienst nun schon fast vorbei ist, möchte ich gerne mit Euch einige meiner liebsten „Glücksmomente“, die ich immer wieder bei meiner Arbeit bei open.med München erleben durfte, teilen. So könnt Ihr Euch auch besser vorstellen, wie der Alltag als Bundesfreiwillge*r/ Praktikant*in bei open.med aussieht.

Im Laufe der Zeit habe ich immer mehr unserer Patient*innen kennenlernen dürfen. Ich freue mich immer, wenn Patient*innen zu uns zur Sprechstunde kommen und ich ihre Patientennummer schon weiß. Dann muss ich sie nicht nach ihrem Namen/Geburtsdatum fragen, sondern kann mich ganz auf sie und den Grund ihrer Visite konzentrieren. Dadurch weiß ich auch schon oft, weshalb sie kommen und worauf geachtet werden muss. Dies ist meist sehr hilfreich. Es ist auch super nett, wenn ein*e Patient*in anruft und ich ihre*seine Stimme erkenne und dadurch zum Beispiel sofort ihre digitale Akte öffnen kann, um die benötigten Informationen nachzuschauen.

Einmal in der Woche bestellen wir Medikamente nach. Dabei müssen alle Medikamente durchgegangen werden und der Bestand überprüft werden. Am Anfang habe ich ewig gebraucht, um die einzelnen Medikamente, die zum Glück alle auf einer Checkliste stehen, zu finden. Genau so ging es mir mit der Logistikbestellung, die wir immer in der ersten Woche des Monats machen. Dabei werden alle die Bestände Verbrauchsmaterialien, wie zum Beispiel Verband- oder Büromaterial überprüft und gegeben falls nachbestellt. Die Bestellungen werden immer noch von Cevat, Kathy und Anne vor dem Abschicken geprüft. Nun kenne ich mich viel besser aus und kann die Bestellungen viel schneller erledigen als am Anfang. Und wenn jetzt zum Beispiel unsere ehrenamtlichen Ärzt*innen oder Assistent*innen während der Sprechstunde ein bestimmtes Medikament suchen, kenne ich es meistens und kann ihnen weiterhelfen.

Des Weiteren klingelt hier bei open.med ständig das Telefon oder es klingen und klopfen Menschen an unserer Tür. Als Bufdi und Praktikant*in betreut man die Telefonhotline und spricht somit sehr oft mit Menschen, die gerne bei uns zum Arzt gehen möchten. Aber oft melden sich auch Menschen mit anderen Anfragen bei uns, wie zum Beispiel wegen Medikamentenspenden. Am Anfang meines Bufdis war ich meistens sehr unsicher und habe ständig Anne, Kathy und Cevat um Hilfe gefragt. Jetzt fällt es mir zum Glück viel leichter, die Situation einzuschätzen und ich kann selbstständiger den Menschen weiterhelfen.

Als Bufdi bereitet man immer den Bus für die Einsätze vor, also montags für den Einsatz im Übernachtungsschutz und mittwochs für den Hauptbahnhof. Dabei müssen zum Beispiel die Verbandsmaterialien überprüft und aufgefüllt werden oder FFP-2 Masken für alle, die am Einsatz teilnehmen, vorbereitet werden. Dann müssen noch temperaturempfindliche Medikamente, das EKG-Gerät, Laptops und vieles mehr eingeladen werden. Ich hatte besonders am Anfang immer Angst (trotz der ausführlichen Checkliste), etwas in der Anlaufstelle zu vergessen. Mittlerweile brauche ich die Checkliste gar nicht mehr und das Vorbereiten des Einsatzes geht so nebenher. Nur kurz vor der Abfahrt überprüfe ich meistens mit der Checkliste, ob ich wirklich alles eingepackt und vorbereitet habe.

Aber die größten Glücksmomente waren für mich immer, wenn ich mich mit unseren Patient*innen unterhalten konnte. Es ist so schön, Geschichten aus ihren Leben zu erfahren. Letzte Woche hat mir zum Beispiel ein Patient Bilder von seinen Kindern in Rumänien gezeigt und stolz erzählt, wie gut sie in der Schule sind. Gestern habe ich mit einer spanischsprechenden Patientin gesprochen und es war witzig, weil wir dabei die jeweils andere Sprache geübt haben. Viele unserer Patient*innen sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich finde es sehr schade, sie und das gesamte open.med München-Team nun nicht mehr regelmäßig zu sehen.

Linda Singer

About Das Praktikant*innen-Team

Praktikant im Bereich Fundraising und Marketing

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