RunforHealth: Team München

#RunforHealth2016

Es ist Sonntag, 12. Juni 2016, kurz vor 15 Uhr. Ich schlüpfe in mein Run for Health – T-Shirt. Auf meiner Brust leuchtet in strahlendem blau unser Ärzte der Welt Logo. 

Wenn nur der Himmel in der Oberpfalz nur auch so leuchten würde! Aber nein, es ist bewölkt und Regen droht. Dennoch bin ich voller Motivation und Energie: Das gesamte internationale Netzwerk von Ärzte der Welt nimmt an diesem Lauf teil. Auf der ganzen Welt laufen mehr als 600 Mitstreiterinnen und Mitstreiter für unsere Organisation.

Wie es den Kollegen in München wohl erging? Sie sind um 12 Uhr im Olympiapark in München gestartet und haben den Run for Health bereits hinter sich. Mir stehen die 10 Kilometer noch bevor. Ich zurre die Schnürsenkel meiner Laufschuhe fest. Lauf-App starten: Los geht’s! Der erste Schritt von 10 Kilometern ist gemacht. Die Strecke muss ich nicht alleine bewältigen. Klar, es joggen auf der ganzen Welt knapp 700 weitere Menschen und 9 engagierte Läufer meiner örtlichen Laufgruppe sind mit von der Partie. Aber viel besser ist: Direkt an meiner Seite läuft meine marathon-erprobte Mama. Da werde ich schon irgendwie hinterher kommen.

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Impressionen des Laufs. Bilder: Ärzte der Welt

Die ersten Kilometer überstehen wir unbeschadet. Es hat begonnen leicht zu nieseln, aber die grauen Wolken verziehen sich schnell. Es ist angenehm warm und obwohl es stetig bergauf geht läuft es sich fast wie von selbst. Die Strecke, für die wir uns entschieden haben, führt durch die Idylle der Oberpfalz, in der Nähe des Naturschutz- und Erholungsgebietes Waldnaabtal. Zunächst über eine sanft geschlängelte Straße den Berg hinauf, dann biegen wir bei Kilometer 2 ab, es geht nun Off-Road durch den Wald.

„Dieses ewige Auf und Ab werden die Kollegen in München nicht haben“, geht es mir durch den Kopf, während ich durch meine hügelige Heimat renne. Dafür können wir die weite Aussicht genießen. Der Nieselregen hat aufgehört, es kommt sogar kurz die Sonne raus. Vorbei an kleinen Dörfern laufen wir weiter und weiter. Kilometer 3 und 4 lassen wir hinter uns.

Kurz vor Kilometer 6 passiert es dann: schlagartig verfinstert sich der Himmel. Was zunächst als leises Tröpfeln beginnt, steigert sich schnell zu dicken, schweren Tropfen die auf den Asphalt klatschen. Die Himmelsschleusen haben sich endgültig geöffnet. Innerhalb von wenigen Minuten wird die Straße zu einem Spießrutenlauf durch Pfützen. Schnell ist das T-Shirt durchweicht. Schuhe und Socken sowieso. Falls es beim Run for Health eine Wet-T-Shirt-Contest zu gewinnen gibt, gehört der Sieg sicher uns! Der Schweiß vermischt sich mit dem Regen, der mir mittlerweile immer schneller von der Nase tropft. Bei Kilometer 7 und 8 geht es immerhin erst einmal bergab, also: Kopf hoch, Brust raus, nur nicht den Atem verlieren! Der Zieleinlauf rückt näher.

Die Steigungen des Wanderweges gleichen mittlerweile einer Cross-Strecke: Es geht über Wurzeln und Steine, der starke Regen schwemmt uns Rinnsale und Sturzfluten entgegen. Das macht Kilometer 9 fast unerträglich anstrengend. Ich hiefe mich den Berg hinauf. Aufgeben? Keine Option! Positiv bleiben – der Regen bringt wenigstens etwas Abkühlung bei diesem schweißtreibenden Unterfangen. Der Spirit des Run for Health bewegt meine Beine unermüdlich voran. Wir machen Höhenmeter, wir machen uns dreckig, wir machen uns zu Helden.

Endlich. Der Anstieg nimmt ein Ende. Die Wolkendecke zieht langsam auf. Es geht wieder bergab. Der letzte Kilometer führt am Ufer der Waldnaab entlang. Das Plätschern und Rauschen des Flusses hört sich in meinen Ohren bereits an wie Applaus. „Was sagt die App? Wann haben wir die 10 Kilometer voll?“, frage ich meine erfahrene Laufbegleitung. „Nur noch ein paar hundert Meter“, lautet die Antwort. Es geht in den Endspurt. Dann, endlich: Die Stimme in der App flötet: „Gelaufene Distanz – 10 Kilometer!“ Das ist das Ziel! Ich reiße meine Hände freudig in die Luft. Geschafft!

Erschöpft aber glücklich lasse ich mich auf die Gartenbank vor meiner Haustüre fallen. Auch wenn mir der 10-Kilometer-Lauf noch frisch in den Knochen steckt, und ich weiß, der Muskelkater wird noch einige Zeit nachhallen, entscheiden sich das Adrenalin und die Endorphine in meinem Körper dazu nächstes Jahr wieder am Run for Health teilzunehmen!

About Lena Schulze

Praktikantin im Bereich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

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