Eine Reise nach Palästina

In unserer wöchentlichen Teamsitzung gab es letzte Woche ein ganz besonderes Highlight: Bettina Rademacher berichtete von ihrer Reise nach Palästina. Diese begann in Jerusalem und ging über den Gazastreifen bis nach Nablus, West Bank. Im  Gazastreifen  gibt es nur wenige Krankenhäuser, in denen eine Notfallversorgung möglich ist. Daher  schult Ärzte der Welt seit 3 Jahren das medizinische Personal in den insgesamt 11 Basisgesundheitszentren, sodass auch dort Notfallhilfe geleistet werden kann.

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Das Ziel von Bettinas Reise war es, im Rahmen eines Notfallvorsorgeprojektes das medizinische Referenzsystem (Sanitäter, Ambulanz, Basisgesundheitszentren) anhand einer  Simulation in einer Notfallsituation zu prüfen. Der Ablauf dieser jährlichen Simulation ist wie folgt: Es gibt einen lauten Knall (die „Bombe“), der vom Band abgespielt wird. Alle Schauspieler, deren Verletzungen zuvor professionell aufgemalt wurden, reagieren dementsprechend.

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Daraufhin kümmert sich von „Ärzte der Welt“ geschultes Personal um die „Verletzten“ und teilt diese in Kategorien nach Schweregrad der Verletzung ein. Dann werden die Opfer noch vor Ort entsprechend notfallversorgt. Im nächsten Schritt werden die Ambulanzen kontaktiert, die dann die Verletzten so schnell wie möglich in das nächste Gesundheitszentrum bringen. Im Anschluss an die Simulation wird dann eine Evaluation durchgeführt, um festzustellen, ob und wo Fehler unterlaufen sind und wie diese in Zukunft vermieden werden können.

Anschließend ist Bettina nach Nablus, West Bank gereist. Dort hat sie einen Schulworkshop für Kinder besucht. Spezifisch für diesen Workshop wurde eine psychologische Strategie entwickelt, um Kindern Alternativen zu gewalttätigen Reaktionen aufzuzeigen. Viele Kinder sind nach schrecklichen Erfahrungen, wie z.B. dem Tod eines Angehörigen, traumatisiert. Hier lernen die Kinder mit Hilfe von Kreativität auf Gewalt oder Aggression zu reagieren.

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Wie ihr auf den nachfolgenden Fotos sehen könnt, brachte uns Bettina nicht nur schöne Fotos von ihrer Reise mit, sondern auch Sesamkekse aus Palästina. Für ein kleines bisschen palästinensisches Feeling,verraten wir euch nun das Rezept für die Kekse.


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Rezept für Honig-Sesam-Cookies (Barazek)

200 g weiche Butter
250 g Zucker
2 Eier
2 TL Vanille
2 EL Essig
600 g Mehl
1 TL Backpulver
Eine Prise Salz
200 g Sesamsamen
3 EL Agavendickssaft oder Honig

  1. Butter mit dem Zucker schaumig rühren bis eine helle Masse entsteht
  2. Eier zu der Masse geben und gut vermixen.
  3. Vanille und Essig hinzufügen. Wieder gut vermixen.
  4. Mehl mit Backpulver und Salz vermischen. Nach und nach zu der Masse hinzufügen. Nicht zu viel mixen!
  5. Den Teig zu einer großen Kugel formen, in eine Schüssel geben und diese mit einem Handtuch verdecken. Teig für 1-2 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  6. Sesam mit Agavendicksaft oder Honig vermengen und auf einem Teller ausbreiten.
  7. Blech mit Backpapier auslegen.
  8. Blech auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Ofen auf 180 C Ober-Unterhitze vorheizen.
  9. Teig zu Walnuss-großen Kugeln formen.
  10. Den Teigball in der Sesammasse flach drücken.
  11. Kekse auf dem Backblech im Abstand von 2 cm verteilen.
  12. Kekse für 15-20 Minuten backen bis der Boden goldbraun ist. (Je länger desto knuspriger werden die Kekse)
  13. Kekse auskühlen lassen und in einer luftdichten Dose aufbewahren.

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5 Fragen an Bettina

1. Hallo Bettina! Wenn Du Dich mit 3 Worten beschreiben müsstest. Welche wären das?

Oh, 3 Worte sind schwierig. Nach 30 Jahren habe ich meine Heimat in der humanitären Welt gefunden. Dafür lohnt es sich zu engagieren. Mit 3 Worten würde ich mich als humorvoll, weitblickend und engagiert beschreiben.

2. Was sind deine Aufgaben bei „Ärzte der Welt“ und was gefällt Dir an Deiner Arbeit am besten?

Ich bin als Bereichsleitung der humanitären Projekte tätig. Diese werden zusammen mit unserem französischen Partner „Médecins du Monde“ durchgeführt. Aktuell betreuen wir 7-8 Projekte. Besonders gefällt mir die internationale Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen Länder. Man bekommt einen guten Einblick in die Projekte und sieht vor Ort, wofür man seine Arbeit macht. Zweimal im Jahr reise ich selbst in die Projektländer und schaue mir die Arbeit von „Ärzte der Welt“ an. Die humanitäre Hilfe befindet sich aufgrund der andauernden Krisen im Wandel. Ich empfinde es aber dennoch als sehr wichtig sich in dem Bereich zu engagieren.

3. Jetzt warst Du ja vor Kurzem in Palästina. Was war der Anlass Deiner Reise und warst Du zuvor schon einmal dort?

Es war das zweite Mal, dass ich dort war. Zum einen, weil einmal pro Jahr eine Monitoring-Reise durchgeführt werden muss. Zum anderen, weil ich bei der Simulation dabei sein wollte. Nach dem Besuch in Gaza besuchte ich noch eine Schule in der West-Bank.

Die Stimmung dort ist durch Angst geprägt und dies war jetzt noch deutlicher zu spüren als vor zwei Jahren. Diese Angst rührt durch die Angriffe von Siedlern auf die Zivilbevölkerung her. Gegenwehr läuft in vielen Fällen ins Leere bis hin zur Folge von massiven Bestrafungen.

4. Welche Situationen haben dich auf deiner Reise am meisten beeindruckt und was war das schönste Erlebnis?

Es war sehr schön zu sehen, wie fröhlich die Kinder der Schulklasse sind. Auf eine spielerische Art haben wir den psychologischen Workshop mit ihnen durchgeführt. In Gaza hat mich die Dankbarkeit der Menschen beeindruckt. Neben vielen anderen Notfallvorsorgeaktivitäten bieten wir auch dort Erste-Hilfe-Module für die bedürftigsten Familien an, damit die älteren Frauen bei Angriffen ihren Familien helfen können. Dies zeigt mir immer wieder, dass unsere Arbeit wirklich Leben rettet.

5. Wie wird die Arbeit von „Ärzte der Welt“ in Palästina weitergehen und wirst Du das Projekt erneut besuchen?

Nachdem wir die Simulation im Norden Palästinas durchgeführt haben, werden wir diese im kommenden Jahr auch im Süden durchführen. Das Medizinische Personal soll in den Basis-Gesundheitszentren weiter ausgebildet werden. Ich weiß noch nicht, ob ich wieder an der Simulation teilnehme, aber ich werde auf jeden Fall erneut nach Palästina reisen.

Vielen Dank für das Gespräch, Bettina!

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About Jessica Martin

Ehemalige Praktikantin im Bereich Fundraising und Marketing

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