Ein Blick in die Arbeit von open.med

Während die eine Mitarbeiterin Patient*innendaten erfasst, übersetzt eine andere für eine ukrainische Patientin aus dem Russischen ins Deutsche und nebenbei wird schon der erste Patient zur Beratung aufgerufen. Das passiert in den ersten Minuten, wenn open.med die Türen öffnet und das ganze Team zusammenarbeitet. Während meines Praktikums in der Medien & Kommunikationsabteilung war ich für ein paar Stunden in der Münchner Anlaufstelle zu Besuch, um einen kleinen Einblick in die Arbeit von open.med zu bekommen.

Hier beraten und untersuchen sie Menschen mit eingeschränktem oder fehlendem Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Betroffenen kommen mit unterschiedlichen Belangen zur Anlaufstelle, weswegen verschiedene Sprechstunden wie allgemeine, psychiatrische und psychotherapeutische sowie für Kinder, Frauen und chronisch Erkrankte angeboten werden. Dabei bleibt es jedoch nicht nur bei der medizinischen Versorgung, das Hauptaugenmerk von open.med ist die (Wieder-)Eingliederung der Patient*innen in die Regelversorgung mittels fachkundiger Sozialberatung. Bei Bedarf werden darüber hinaus Patient*innen mit Hygieneartikeln, MVG-Tickets, oder Auslagen für Passfotos unterstützt.

Bei meiner Hospitation durfte ich Lena, der neuen Bundesfreiwilligen im Team über die Schulter schauen. An diesem Tag ist sie für den Erstkontakt und Aufnahme der Patient*innendaten zuständig, wobei sie von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin unterstützt wird. Lena erzählte mir, dass ihr die Arbeit sehr viel Spaß macht, aber man auch auf einige Herausforderungen stößt. Da viele Patient*innen kein oder nur eingeschränkt Deutsch sprechen, muss sie so manches mit Händen und Füßen erklären. „Aber das funktioniert dann irgendwann schon“, so Lena und betont, dass man dabei viel lernen kann und über sich hinauswächst. Wie die Sprachbarrieren zusätzlich überwunden werden, hat mich sehr beeindruckt. Es gibt nicht nur einige Mitarbeitende, die mehrsprachig sind, sondern auch Dolmetscher*innen, die als Honorarkräfte vor Ort mit den Patient*innen kommunizieren. Falls das nicht ausreicht, wird auf ein telefonisches Dolmetschersystem zurückgegriffen. Gerade bei medizinischen Fachbegriffen und sozialrechtlichen Themen ist das Übersetzen ins Deutsche essenziell.

Nur wenige Stunden bei open.med reichen, um festzustellen: Hier arbeitet ein professionelles und ambitioniertes Team, das versucht, Menschen ohne oder mit eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung in schwierigen Lebenssituation zu unterstützen. Die Reintegration ins Gesundheitssystem ist dabei für open.med der größte Erfolg, erklärt mir Cevat Kara, Projektleiter in München. Und auch wenn das meist ein langer Weg ist, bleibt das Team zuversichtlich. Klar erkennbar für mich ist: Die Notwendigkeit von kostenloser medizinischer Unterstützung ohne Barrieren ist und bleibt riesig. Vielen Dank für eure wertvolle Arbeit!

About Das Praktikant*innen-Team

Praktikant im Bereich Fundraising und Marketing

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